This Board does not reflect the official opinion of the Hochschule für Bildende Künste–Städelschule.This Board does not reflect the official opinion of the Hochschule für Bildende Künste–Städelschule. This Board does not reflect the official opinion of the Hochschule für Bildende Künste–Städelschule. 

MARTIN WENZEL – DEAR KUDJOE

AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG
3. MAI 2019, 19.00 - 21.00

4. MAI - 1. JUNI 2019

Martin Wenzel (*1979), Absolvent der Hochschule für Gestaltung Offenbach und der Frankfurter Städelschule, beschäftigt sich mit Dingen, die auf der Straße herumstehen, die in seinem Atelier reichhaltig zu finden sind, auch die Anordnung eines Sperrmüllhaufens kann sein Interesse wecken. Objekte, die im Alltag oft unterhalb der Wahrnehmungsschwelle liegen, liefern Wenzel sowohl die verschiedensten Materialen als auch das ästhetische Potential für seine skulpturalen Arbeiten und Installationen.

Diese explizit handwerklich-physische Auseinandersetzung mit Form- und Gestaltungsstrukturen hat den in Frankfurt lebenden Künstler auch zu seinem Reiseprojekt veranlasst: Martin Wenzel hat im Winter 2017 mit einem Stipendium der hessischen Kulturstiftung zwei Monate im Atelier des ghanaischen Sargbauers Kudjoe Affutu (*1985) gearbeitet und die Kunst dieses in der Region Greater Accra verbreiteten, traditionellen Handwerks kennengelernt. Figürliche, aus Holz handgearbeitete Särge werden bei den Ga seit Anfang des 20. Jahrhunderts zur Bestattung verwendet; seit den 1960er Jahren werden, dem jeweiligen Status und Tätigkeitsfeld entsprechend, auch Verstorbene der christlichen Gemeinden in Tier- oder Gemüseformen, im Mercedes Benz oder einem Mobiltelefon beerdigt.

Kudjoe Affutu ist weit über Ghana hinaus bekannt, seine Sargarbeiten werden inzwischen in Nachbarländern benutzt und international in Ausstellungen und Sammlungen gezeigt – u. a. in New York, dem Pariser Centre Pompidou, in Basel und auch im Frankfurter Museum für Moderne Kunst. Bei der Planung und Durchführung dieser Reise wurde Martin Wenzel unterstützt von der Schweizer Ethnologin und Kunsthistorikerin Regula Tschumi, sie hat die Geschichte und Praxis der Sargbaukunst in Ghana grundlegend erforscht.

In Form eines typischen Tagesablaufs beschreibt Wenzel einige Aspekte des eindrucksvollen, interkulturellen Kontakts mit dem Künstlerkollegen, dessen und der eigenen Arbeit in Ghana, die ja durchaus ähnliche künstlerische Ansätze erkennen lassen.

Solo-Ausstellungen mit Arbeiten von Wenzel waren zuletzt 2017 bei PPC Philipp Pflug Contemporary (Schachtel Marlboro) und im basis e.V. Projektraum (Bonus Level) zu sehen.

PHILIPP PFLUG CONTEMPORARY
BERLINER STRASSE 32
60311 FRANKFURT AM MAIN

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