ANDREAS ZYBACH
*1975, Oltern / Schweiz
Studium an der Städelschule von 2000 - 2003, Klasse Prof. Thomas Bayrle
A4 / A3
Installation
Für die Installation A4/A3 fanden eine Reihe von Standards Verwendung - wie beispielsweise die Normung von Papierformaten. Die Bezugnahme auf Standards folgt dem Prinzip der Collage, deren Methode auf der Auswahl bereits existierender Elemente und deren Verschiebung in einen andern Kontext basiert. Als Erweiterung der Collagetechnik, sind konstituierende Parameter von Produktionsprozessen an Stelle der daraus hervorgebrachten Objekte zitiert. Als Konvention darüber, wie bestimmte, sich wiederholt stellende technische Probleme sich regeln lassen, dienen Standards der Rationalisierung, Verbreitung und Weiterentwicklung von Technikanwendungen. Der Entstehungsprozess, von der technischen Lösung hin zum Standard, teilt sich in drei Kategorien: er kann hierarchisch bestimmt werden, sich als Resultat ungesteuerter Imitationsprozesse allgemeiner Praxis oder durch Aushandlung unter freiwilliger Beteiligung in Komitees (wie beispielsweise dem Deutschen Institut für Normung) bilden. Durch die vorgängige Konzeption einer Austausch- und Adaptierbarkeit, kann die Anwendung von Standards die Abhängigkeit des Resultats vom Herstellungsprozess, in sein Gegenteil verkehren. Die Verwendung von Resultaten, als Ausgangspunkte weiterer Produktionsprozesse bestimmt neben den industriellen, auch künstlerische Verfahrensweisen. Die Reproduktion von Erzeugnissen serieller Herstellungsweisen bzw. der Massenproduktion und der damit verwandten Massenkommunikation, bildet als Fortführung der Collage die verallgemeinerte Grundlage des Programms der Pop Art. Die Autorenschaft verschiebt sich von der Produktion zur Selektion und Übersetzung in einen andern Zusammenhang.
Eine Fläche in Form eines einzelnen Punktes, in Serie geschaltet, und diese wiederum zu einer Punktfläche erweitert, ergibt einen drucktechnischen Standard der Bildübertragung. Die einzelnen Punktgrößen definieren sich dabei in Relation zu den zu Übersetzenden Informationseinheiten. Als Abbildung ist der Ausstellungsraum auf die Oberflächen sämtlicher Teile der Installation übertragen. Das Bild setzt sich zusammen aus der Reproduktion der Lichtundurchlässigen und -durchlässigen Anteile des Ausstellungsraumes. Schwarz steht für die opaken Flächen - keine Farbe für die Glasflächen.
Die Übertragung als Bild variierend, ist der Saal als Model nochmals reproduziert. Das Oberlicht, ergibt sich nun durch die horizontale Trennung und entgegengesetzte Verschiebung beider Teile. Der den Ausstellungsort einschließende Gebäudekomplex - eine ehemalige Schalterhalle der Post - kann in seinem Entstehungsprozess als Collage begriffen werden. Von einem Palais ausgehend, wurde dieser durch Neubauten erweitert, umgebaut und Räumlichkeiten in Abhängigkeit der sich verändernden Nutzungen zusammengefügt oder aufgeteilt.
Das beschriebene Konzept fortführend bilden eine Serie von zu Boxen extrudierten A4 - und A3 - Formaten eine Trennwand. Die Aufteilung der ehemaligen Schalterhalle - in einen Sitzungs- und einen Ausstellungsraum - wird dadurch nochmals wiederholt.