TIAN TIAN WANG

*1980, Qingdao / China

Studium an der Städelschule seit 2001, Klasse Prof. Christa Näher

“Ohne Titel”

Öl auf Leinwand

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In meinen Bildern erscheint immer wieder das gleiche Sinnbild – der Berg. Der Berg als Gegenstand der Natur, natürlich, entspannt, immer neu und niemals einengend. Für mich hat er eine spezielle Bedeutung, er ist ein Symbol für mein Gefühl zur Natur. Der Berg ist dreidimensional; er ist vertraut wie der tägliche Spaziergang. Ich bin in dem Berg drin, ich kann ihn fühlen. Ich fühle alles, was in dem Berg ist. Ich kann mich dort auflösen. Ich beantworte mich dort. Und ich bekomme Hilfe von dem Berg. Er ist großzügig, edel und gleichzeitig mild. In meinen Bildern ist er schlicht, aber auch sanftmütig und verführerisch.
Der Berg hat einen warmen Farbton, er ist braun, schwarz und mit weiß und olivgrün vermischt. Ich vertraue ihm. Er ist auch ein total leichter Gegenstand, so leicht wie eine Feder, wie jeder Gegenstand in der Natur, wie das Wasser, wie das Feuer. Er ist hell und schön, kokett, besonders kühl und frisch. Er ist zartgrün, wasserblau. Er kann meine Seele reinigen.
Man kann nicht nur in den Berg hineingehen, man kann ihn auch aus der Entfernung ansehen. Er ist wie ein Schatten, eine Erinnerung, ein Zurückdenken. In meinem Traum erscheint er undeutlich. Er ist auch manchmal listig und furchterregend (die weiße Linie in meinem Bild bedeutet nebelig, unwirklich).
Seit langer Zeit mache ich die Erfahrung, dass die Kunst, die Musik und die Literatur sehr eng miteinander verbunden sind, so wie das tiefe Gefühl eines Menschen, so wie die Trauer über ein unerfülltes Leben. Diese Wehmut ist allgemein, aber auch persönlich. Ich kann die Anziehungskraft des Berges beim Malen spüren.

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